• 19.09.2022
  • Motorbike

Die richtige Bremsflüssigkeit für Ihr Motorrad

Warum ist die Bremsflüssigkeit beim Motorrad so wichtig? Das und noch viel mehr erklärt der renommierte YouTuber TomTour

Warum ist die Bremsflüssigkeit beim Motorrad so wichtig? Das und noch viel mehr erklärt der renommierte YouTuber TomTour in seinem neuesten Video. Bei TomTour und seinen Videos geht es nicht um flachen Mainstream sondern um Daten, Fakten und die wirklich heißen Fragen, die Motorradfahrerinnern und -fahrer bewegen. Um Wahrheiten, die bequemen und die unbequemem. Direkt aus dem Sattel auf die Monitore der Benzindurstigen. Dynamisch perfekt, aber nie vorgekaut. Und immer im engen Dialog mit seiner Community. Anschauen lohnt sich:

Alles zu Bremsflüssigkeiten

Oberstes Gebot: Bremsflüssigkeiten sind sicherheitsrelevante Bauteile! Die vom jew. Hersteller Vorgaben sind dringend zu beachten und einzuhalten. Im Rahmen der Herstellervorgaben bzgl. der Bremsflüssigkeiten sind die Möglichkeiten der Variationen an Bremsflüssigkeiten eher begrenzt.

Woher kommt eigentlich die Bezeichung "DOT?

Ursprünglich hat man in den USA damit begonnen, Bremsflüssigkeiten zu normen. Zunächst für die Anforderungen im militärischen Bereich gedacht, sind sie mit der Bezeichnung "DOT", "Department  of Transportation", eingeführt worden.

Zehn Fakten zu Bremsflüssigkeiten für Motorräder:

  • Ein hoher Siedepunkt für die Sicherheit bei extremen Einsatzbedingungen, damit die Bremsflüssigkeit nicht vorzeitig zu kochen beginnt und durch Dampfblasenbildung die Bremswirkung nachlässt.
  • Der sog. Siedepunktabfall ist durch Wasseraufnahme zur Bremsflüssigkeit so gering wie möglich zu halten, die Kerngröße wird als Nasssiedepunkt bezeichnet.
  • Die Bremsflüssigkeit soll auch Korrosionsschutz gewährleisten. Da Bremsflüssigkeit jedoch auch die Eigenschaft besitzt, Wasser aufzunehmen ("hygroskopische Wirkung"), ist die Betriebssicherheit nur auf bestimmte Dauer begrenzt.  Ein weiteres Argument dafür, unbedingt die Herstellervorgaben zum Wechsel der Bremsflüssigkeiten einzuhalten.
  • Bremsflüssigkeit soll zur optimalen Schmierung des gesamten Bremssystems beitragen und somit auch mechanisch belastete Bauteile im Bremssystem vor Verschleiß schützen.
  • Sehr wichtig für Bremsflüssigkeiten ist die vollkommene Verträglichkeit mit allen Systemmaterialien, bspw. mit verschiedenen Metallen sowie auch mit allen verbauten Gummi- und Kunststoffwerkstoffen.
  • Ein Lackkontakt von Bremsflüssigkeiten ist aufgrund der Lösewirkung gegenüber Lacken zu vermeiden.
  • Bremsflüssigkeiten basieren auf Polglykolether, Borsäureester und Polglykole in unterschiedlichen Anteilen. Silikon basierende Bremsflüssigkeiten stellen eine Ausnahme dar.
  • In Bremsflüssigkeit sind zudem notwendige, Oberflächen- sowie Produktschützende Additive enthalten.
  • Leistungsklassen und Spezifikationen werden im Wesentlichen  von folgenden Norminstituten festgelegt:

-  FMVSS  =  Federal Motor Vehicle Safeny Standard, DOT = Department  of Transportation (US Amerikanische Standards)
-  ISO 4925 Class X  =  International Standardiation Organisation, (Europäische Standards)
-  JS K 2233 Class X  =  Japanese Industrial Standard (Japanische Standards)

  • Wichtige Faktoren aller Bremsflüssigkeiten sind der Trockensiedepunkt (oder auch der Siedepunkt, kurz als SP bezeichnet) und der Nasssiedepunkt (NSP). Dabei wird festgelegt, bei welcher Temperatur eine Dampfblasenbildung zustande kommt. Der Siedepunkt bzw. Trockensiedepunkt (SP), wird bei Bremsflüssigkeiten im absoluten Neuzustand und somit ohne irgendwelche Einträge wie Wasser (oder andere Einflüsse), gemessen. Der Nasssiedepunkt (NSP) wird mit Wassereintrag gemessen. Je nach Bremsflüssigkeitsklasse beträgt der Wasseranteil zur Ermittlung des NSP zwischen 3,2 bis 4,0% . Die Anforderungen an Technische Daten der jeweiligen Leistungsklasse einer Bremsflüssigkeit sind Mindestanforderungen und können je nach Herstellerqualität auch weit übertroffen werden.


Anwendungsbereich und Einsatzzweck von Bremsflüssigkeiten

Bremsflüssigkeit DOT 3: Diese ist aus europäischer Sicht eher den historischen Fahrzeugen vorbehalten. Denn manch europäischer Oldtimer und vor allem Youngtimer sind zu jung und haben bereits die Vorgabe, eine Bremsflüssigkeit DOT 4 zu verwenden. Wenn bei historischen Fahrzeugen die DOT 3 vorgegeben ist, so ist auch nur eine solche aufgrund  der Materialverträglichkeit zu verwenden.

Bremsflüssigkeit DOT 4: Diese verfügt generell über einen höheren Trocken- (SP) und Nass-Siedepunkt (NSP) gegenüber DOT 3. DOT 4 Bremsflüssigkeiten sind nur seitens technischer Daten rückkompatibel zu DOT 3. Die Materielverträglichkeit muss dazu in vollem Umfang gegeben sein.

Bremsflüssigkeit DOT 5: Auf Silikon basierend und ursprünglich für militärische Zwecke, unter anderem aufgrund guter Alterungsstabilität, entwickelt. Im zivilen Bereich wird die DOT 5 teils in Harley-Davidson Motorrädern vorgeschrieben. Diese Bremsflüssigkeit bietet einen eher teigigen Druckpunkt und somit kein solides Ansprechverhalten. Daher ist die DOT 5 für Bremsregelsysteme wie ABS usw. nicht besonders gut geeignet. DieDOT 5 ist mit anderen Bremsflüssigkeiten nicht mischbar und es kann aus Gründen der Materialverträglichkeit auch keine andere Bremsflüssigkeitsklasse angewendet werden.

Bremsflüssigkeit DOT 5.1: Die niedrige Viskosität ist für schnell arbeitende Bremsregelsysteme wie ABS, ESP, DTC usw. und somit für moderne Fahrzeug-Bremsregelsysteme ausgelegt.

Bremsflüssigkeit DOT 4  Class 6 oder auch als "SL6" bezeichnet, ist basierend auf der DOT 4 "Class 4": Deren niedrige Viskosität ist für besonders schnell arbeitende und sehr moderne Fahrzeug-Bremsregelsysteme wie ABS, ESP, DTC etc. ausgelegt.

Bremsflüssigkeit Class 7: Schließt in allen Bereichen die Bestwerte an technischen Daten der zuvor erfüllten ISO-Klassen ein und ergibt somit das Maximum an technischer Voraussetzung.

Die Bremsflüssigkeiten aus dem Video

Bremsflüssigkeit DOT 5.1

  • ausgezeichnete Elastormerverträglichkeit
  • ausgezeichnetes Tieftemperaturverhalten
  • extrem hoher Nass- und Trockensiedepunkt
  • hervorragender Schutz vor Dampfblasenbildung
  • mischbar und kompatibel mit hochwertigen synthetischen Bremsflüssigkeiten
  • sorgt für hohe Schmierfähigkeit aller beweglichen Bauteile im Hydraulikbremskreis
  • thermisch hochstabil
  • gutes Viskositätstemperaturverhalten

Bremsflüssigkeit DOT 4

  • ausgezeichnete Elastormerverträglichkeit
  • ausgezeichnetes Tieftemperaturverhalten
  • extrem hoher Nass- und Trockensiedepunkt
  • hervorragender Schutz vor Dampfblasenbildung
  • höchste thermische Stabilität
  • mischbar und kompatibel mit hochwertigen synthetischen Bremsflüssigkeiten
  • sorgt für hohe Schmierfähigkeit aller beweglichen Bauteile im Hydraulikbremskreis
  • gutes Viskositätstemperaturverhalten

Bremsflüssigkeit Racing

  • ausgezeichnete Elastormerverträglichkeit
  • ausgezeichnetes Tieftemperaturverhalten
  • extrem hoher Nass- und Trockensiedepunkt
  • hervorragender Schutz vor Dampfblasenbildung
  • mischbar und kompatibel mit hochwertigen synthetischen Bremsflüssigkeiten
  • sorgt für hohe Schmierfähigkeit aller beweglichen Bauteile im Hydraulikbremskreis
  • thermisch hochstabil
  • gutes Viskositätstemperaturverhalten

Bremsflüssigkeit SL6 DOT 4

  • ausgezeichnete Elastormerverträglichkeit
  • extrem hoher Nass- und Trockensiedepunkt
  • hervorragende Temperaturbeständigkeit
  • hervorragender Schutz vor Dampfblasenbildung
  • höchste thermische Stabilität
  • mischbar und kompatibel mit hochwertigen synthetischen Bremsflüssigkeiten
  • sorgt für hohe Schmierfähigkeit aller beweglichen Bauteile im Hydraulikbremskreis
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