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„Genießen, genießen, genießen“

Warum das Unternehmen gerade jetzt antizyklisch vorgeht und in „Märkte, Menschen und in unsere Marke“ investiert, erklärt Ernst Prost hier

Liebe Mitunternehmer, liebe Mitarbeiter, liebe Mitgenießer!

Ich bin ja noch vom alten Schlag. Fast schon ein Fossil oder zumindest vom Aussterben bedroht. Angefangen als Lehrling zum Kfz-Mechaniker mit einer 45-Stunden-Woche und 80 DM im Monat. Jahre danach gab es zwar mehr Geld, aber die Arbeitszeit wurde eher mehr als weniger. Man wollte es ja zu was bringen und es mal besser haben.... Silvester bis Mittag arbeiten – auch an Heiligabend – war völlig normal. Und von wegen schon Mitte November anfangen Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr zu wünschen. Freitag war ein ganz normaler Arbeitstag und Urlaub gab es 21 Tage.

In jungen Ohren mag dies wie Sklaverei klingen oder zumindest wie ein ungeheuerliches Ungleichgewicht in der Work-Life-Balance. Genießen, entspannen, ausruhen, relaxen, erholen, Abstand von der Arbeit finden, zugleich sich selbst finden, lange Wochenenden und kurze Arbeitswochen und dann auch noch über die stressige viereinhalb-Tage-Woche klagen. Ist denn die Arbeit wirklich etwas so Schreckliches, dass man es immer noch mehr verkürzen muss? Das wäre traurig und ein Irrweg. Von was will man sich denn erholen und was soll man denn genießen? Arbeit bringt Zufriedenheit, Anerkennung, Selbstbestätigung und das gute Gefühl etwas geleistet zu haben. 

Ich meine sogar, dass Arbeit zu einem erfüllten Leben unbedingt dazugehört. Fragen Sie mal einen Arbeitslosen – ganz unabhängig vom Geld und von den sozialen Kontakten, die man durch die Arbeit hat. Wenn nur noch die Freizeit heilig ist und das Gegenteil als Plackerei oder etwas Schlechtes empfunden wird, stimmt doch auch etwas nicht. Ist Langeweile sinnvoll? Ich mag diese Formel Work-Life-Balance nicht. Sie ist falsch. Als ob Leben und Arbeit Gegensätze wären.

Die Arbeit ist ein Teil des Lebens. Noch dazu ein wichtiger. Ich wünsche jedem Menschen, dass er eine Arbeit hat, die ihn erfüllt, die ihm Freude macht und Spaß bereitet. Arbeit ist sinnstiftend – auch für andere Menschen und die Allgemeinheit (denken Sie nur an Pflegeberufe). Natürlich muss die Relation und der Zeitaufwand stimmen. Deshalb habe ich auch Überstunden konsequent verboten.

In meinen wilden Jahren habe ich immer darauf gewartet, dass unsere Wettbewerber ein langes Wochenende genießen, Betriebsurlaub machen oder sonst irgendwie nicht anwesend sind und ihre „Burg“ dadurch unbewacht und verlassen ist. Diese Momente wussten wir immer zu nutzen. Waren Betriebsferien bei unseren Konkurrenten, kamen wir mit den tollsten Angeboten zu den Kunden. An manchen Feiertagen kamen wir mit überraschenden Aktionen & Aktivitäten aus der Deckung und konnten so den Zeitvorteil nutzen. Bis die anderen wieder an die Arbeit gingen, hatten wir unsere Ziele schon erreicht. Diese Taktik mit einem überraschenden Schachzug "während der Abwesenheit des Gegners eigene Vorteile zu erarbeiten", liebe ich immer noch. 

Auch jetzt in der Krise spielen wir unser Spiel nach diesen Regeln. Es ist verrückt: Die meisten gehen in Deckung, fahren ihre Budgets runter und legen alle möglichen Aktivitäten auf Eis oder hocken zu Hause und warten bis alles vorbei ist. WIR machen das Gegenteil, nutzen die Chance, die in jeder Krise steckt, gehen antizyklisch vor und investieren gerade jetzt in Märkte, Menschen und in unserer Marke.

200 TV Spots obendrauf...Allein dieser Überraschungseffekt  ist schon viel wert !! Jetzt gilt es Freunde! Lassen Sie uns den Feldvorteil nutzen - und den Zeitvorteil - und den Überraschungsmoment. Lassen Sie uns das Beste aus dem machen, was wir jetzt gerade machen. Genießen können wir dann später immer noch - wenn wir das Spiel gewonnen haben.

Ich grüße sie voller Tatkraft und Freude,
Ihr 
Ernst Prost

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